Wie das Jahr wird …

Lotusblume
Die Lotusblüte wächst gut in Modder und Schlamm und ist ein Symbol der Reinheit.

Es ist das beste Zeitalter, es ist das schlimmste Zeitalter.
Es ist das Zeitalter der Weisheit, es ist das Zeitalter der Dummheit.
Es ist die Zeit des Glaubens, es ist die Zeit des Zweifels.
Es ist die Jahreszeit des Lichts, es ist die Jahreszeit der Dunkelheit.
Es ist der Frühling der Hoffnung, es ist der Winter der Verzweiflung.
Wir begegnen tausend Dingen, und wir stehen der Leere gegenüber.
Wir sind im Begriff, zum Paradies aufzusteien,
wie sind im Begriff, zur Hölle hinabzufahren.
(aus Charles Dickens: Eine Geschichte von zwei Städten.)

Wie das Jahr 2014 wird …

… hängt viel von Deiner Wahrnehmung und der Ausrichtung Deines Gesites ab.

Ungesund für die Seele

Folterkeller“Irgendjemand sollte dich dafür hassen”, sagte der alte Mönch. “Vielleicht würde das helfen.”

Trotz seiner Worte blickte er ruhig, ja  fast gütig auf den Folterer, der sein Werk an dem Bruder des Gelehrten soeben vollendet hat. Dessen geschundener Leichnam lag gebrochen auf dem steinigen Boden.

“Und warum nicht Du?” fragte der kalt der Folterer. “Warum hasst Du mich nicht, obwohl Du gesehen hast, was ich gerade mit diesem Wurm getan habe und was ich morgen ebenso mit Dir machen werde?”

“Weil meine Seele schwach ist”, antwortete der Mönch. “Trotz all meiner Übungen bin ich immer noch ein selbstsüchtiger Mensch. Und ich weiß, dass meine Seele zerbrechen würde, würde ich mir erlauben, dich zu hassen. Um am Hass nicht selber Schaden zu leiden, braucht es mehr Stärke, als ich im Laufe meines Lebens erwerben konnte.”

 

Kostenloses eBook ‘Mitgefühl’

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Kostenloses eBook über Forschung und Training von Mitgefühl.

Mitgefühl. In Alltag und Forschung
Tania Singer, Matthias Bolz (Hrsg.)

Das Buch beschreibt verschiedene Mitgefühlspraktiken aus unterschiedlichsten Perspektiven wie zum Beispiel Erfahrungen in Schulen, in der Psychotherapie, im Coaching oder im Pflegebereich. Es werden zugrunde liegende theoretische Ansätze u.a. aus dem Buddhismus, der Psychologie oder aus evolutionärer Sicht vorgestellt. Die neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse werden präsentiert und säkulare Trainingsprogramme von Mitgefühl dargestellt.

Ausgangspunkt für dieses Buch war der Workshop “How to train Compassion” unter der Leitung von Prof. Dr. Tania Singer, an dem viele bekannte Fachleute teilgenommen haben.

Es ist in verschiedenen Formaten kostenfrei als Download erhältlich unter:
http://www.compassion-training.org

Ähnliche Beiträge:

50 Jahre her …

… und immer noch ein Traum.

Aus aktuellem Anlass hier ein Re-Post aus früherer Zeit:

Martin_Luther_King_I-have-a-dream

Vor 50 Jahren, am 28. August 1963, beim Marsch auf Washington hielt Martin Luther King jr. seine berühmte Rede “I have a dream”. Es wird erzählt, dass dieser Teil der Rede im Veranstaltungskommitee gestrichen worden war, aber während er schon sprach, rief Mahalia Jackson, die hinter ihm stand: “Sag es ihnen! Hey, sag es Ihnen!” Und so wich er  von seinem vereinbarten Redetext ab und teilte seinen berühmt gewordenen Traum mit den 250.000 Menschen, die sich dort vor dem Lincoln Memorial in Washington versammelt hatten.
Dieser Teil der Rede zählt heute zu den Meisterwerken der Rhetorik.

Bundesverfassungsgericht unterstützt die Meinungsfreiheit

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Mit einem wichtigen Beschluss hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am 10. August die kritische Öffentlichkeitsarbeit von Menschenrechtsorganisationen als Bestandteil der Meinungsfreiheit und der demokratischen Kultur gesichert.

2012 waren zwei Vertreter des Brandenburger Flüchtlingsrates vom Amtsgericht Potsdam zu Geldstrafen verurteilt worden, nachdem sie öffentliche Kritik an dem Handeln einer Sachbearbeiterin des Rechtsamts geübt hatten. Mit dem „Denkzettel für strukturellen und systeminternen Rassismus“ warf der Flüchtlingsrat der Sachbearbeiterin vor, entgegen besseren Wissens einem Flüchtling Vortäuschung seiner fachärztlich bescheinigten Gehörlosigkeit unterstellt und mit dieser Begründung dem Mann die Aufenthaltserlaubnis verweigert zu haben.

Das Bundesverfassungsgericht sieht in diesem Urteil jedoch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung der Mitarbeiter des Flüchtlingsrates verletzt und hebt es  mit seinem am 10. August veröffentlichten Beschluss auf. In ihrer Begründung heben die Richter das Recht …

–> weiter im Originalartikel bei ProAsyl

Reichtum und Armut

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Heute las ich auf dem Eintrag unseres Tageskalenders folgenden Spruch:

Der Weg des Himmels besteht darin,
vom Überfluss zu nehmen, um Mangel auszugleichen.
Die Menschen tun genau das Gegenteil:
Sie nehmen denen, die wenig haben,
um es denen zu geben, die bereits zu viel besitzen.

(Laotse)

Wenn dies ein Spruch von Laotse ist, dann beschreibt er die Situation von vor 2.600 Jahren. Und ist dennoch tagesaktuell.
Traurig, wenn sich diesbezüglich anscheinend nichts – zum Besseren – verändert hat. Heute heißt es salopp:
Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.”

Der jüngste “Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung” spiegelt dies deutlich wider. Pikante Geschichte am Rande: Im November 2012 wurde bekannt, dass Wirtschaftsminister Philipp Rösler den aktuellen Bericht “schönen” ließ, d.h. Änderungen initiierte, die die Sachlage positiver erscheinen ließen als in der Originalfassung angegeben.

Die Tatsache, dass die Bundesregierung den Bericht schönt anstatt entsprechende Maßnahmen gegen die zunehmende “Einkommensspreizung” zu ergreifen, zeigt leider, dass ihr nicht der Zustand ansich peinlich ist, sondern lediglich, dass er öffentlich bekannt wird.
(s. auch: Wikipedia/Reichtumsbericht)

Geschlossene Heime abschaffen ?

Im Sonntaz-Streit vom 27./28. Juli geht’s um: Sollen Geschlossene Heime abgeschafft werden?

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Vielleicht ist die Frage falsch gestellt. Wie wäre es stattdessen, wenn wir uns nicht auf die äußere Form (geschlossene Türen) konzentrieren würden, sondern die Inhalte ändern würden:  Wenn die Heime ein Ort voller Respekt und Wertschätzung wären? Wenn Kinder und Jugendliche dort liebevollen Beistand und Unterstützung erfahren würden; wenn im Mittelpunkt der Pädagogik der Glaube an die Träume der Betroffenen stehen würde und das Vertrauen in ihre tiefen, vielleicht noch versteckten Fähigkeiten, diese Träume zu verwirklichen …
Vielleicht bräuchte es dann immer noch die Türen, aber dann um sich vor dem Ansturm zu schützen, weil Kinder und Jugendliche in Lebenskrisen dort Zuflucht suchen möchten.

Mit einer “Jugendhilfe-Einrichtung”, aus der Jugendliche fliehen wollen, anstatt dort Zuflucht zu suchen, scheint grundlegend etwas nicht zu stimmen.
Ich finde so eine Einrichtung verdient nicht einmal den Namen “Heim”.

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