Zuversicht

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Sturm und Hagel hatten lange gewütet und die Felder und Blüten zerschlagen. Zwei Bienen saßen vor ihrem Korb in der Sonne und schauten auf die verwüstete Natur. “Ach, bei all dieser Zerstörung lohnt es sich gar nicht los zu fliegen,” klagte die eine Biene und krabbelte wieder in den Korb.
“Die Natur ist stark und wir haben unseren Platz darin. Irgendwo werden schon noch Blumen sein. Sie brauchen uns und wir brauchen sie. Ich fliege los,” sprach sie und starte in den Tag.
(Quelle unbekannt)

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Die ewige Wahrheit

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Es sollte die wichtigste Konferenz aller Zeiten werden. Dazu hatte man die klügsten Gelehrten, die besten Wissenschaftler*innen und die Weisen aller Religionen der Welt eingeladen. Man wollte sich über die grundlegenden Wahrheiten der Existenz austauschen und feststellen, was universell, überall auf der Welt wahr und richtig sei.
Aber bereits am zweiten Tag war die Situation zum Verzweifeln: Statt ewige Wahrheiten zu formulieren gab es heftige Dispute, kleingeistige Scharmützel und endlose Streitereien unter den Gelehrten.
So wurde eine kleine Pause ausgerufen und die ganze Gesellschaft ging hinaus durch den wunderschönen Palmengarten, der an das Konferenzzentrum angrenzte, und sie blickten auf das Meer, das vor ihnen lag.
Am Strand sahen sie eine alte Frau. Sie hatte vor ihrer Hütte ein Loch gegraben hatte und lief nun mit einer Schale immer wieder zum Ozean, um Wasser zu schöpfte und in das Loch zu füllen. Die Gelehrten machten sich über die Frau lustig und einer von ihnen fragte sie, was sie denn da tue.
“Ich will, dass das Meer hier in meinem Loch ist, dann habe ich es näher an meiner Hütte. Und dann gehört das Meer alleine mir.”
“Was für eine Narretei! Siehst Du denn nicht, dass das unmöglich ist”, erwiderte belustigt ein anderer der Gelehrten, “es ist unmöglich, nur einen Bruchteil dieses unendlichen Ozeans hier in Dein Loch zu bringen.”
“Ja, wahrscheinlich habt ihr recht. Ihr scheint klug zu sein”, sagte die alte Frau ruhig und blickte dem Mann offen in die Augen. “Aber wie kommt es dann, dass ihr euch einbildet, die großen Geheimnisse des Universums mit eurem winzigen Geist erfassen zu können.”

Du kannst eine Muschel ans Ohr führen und das Rauschen, das Du hörst, für das Meer halten – aber ist dies wirklich der Ozean?
Die ewige Wahrheit passt ebenso wenig in unseren Kopf, wie der Ozean in eine Muschel passt.

Eine andere Welt ist möglich …

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Arundhati Roy, indische Schriftstellerin und Globalisierungskritikerin. Mit ihrem Roman “Der Gott der kleinen Dinge” gewann sie den Booker-Preis.
Sie ist eine der bekanntesten Aktivistinnen gegen die überdimensionierten Staudammprojekte in Indien, Kritikerin des Kastenwesens und engagiert sich für Versöhnung und friedliches Zusammenleben von Moslems und Hindus.

Wege entstehen

Wege_gehenIn der Nähe der Universität war eine neue Wohnanlage für die Studierenden erbaut worden. Die Häuser waren bezugsfertig, die Wiesen angelegt, was noch fehlte, waren gepflasterte Wege zwischen den Häusern und zu den Bibliotheken und Lehrgebäuden.
Als die Architektin von den Arbeitern nach den Plänen für die Wege gefragt wurde, bat sie um Geduld: “Lasst uns das in ein paar Wochen entscheiden”, sagte sie.
Nach 3 Monaten machten sie einen Ortstermin und stellen fest, dass sich bereits Trampelpfade zwischen den Häusern und den anderen Gebäuden gebildet hatten.
“Hier können wir deutlich sehen, welche Wege gebraucht werden”, sagte die Architektin. “Diese Wege können Sie jetzt befestigen.”