Menschenrechtspreis für Marianna Tzeferakou

Sie sagt es gleich als Erstes: Dass dieser Preis nicht ihr, Marianna Tzeferakou, gebühre, sondern den vielen Aktivistinnen und Aktivisten, für die sie ihn entgegennimmt.

In Frankfurt am Main erhält die 32-Jährige am 6. September den Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl. Die Athenerin ist das Gesicht der griechischen Anwaltsvereinigung für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten. Gemeinsam mit lokalen Gruppen kämpfen die Juristen an der griechisch-türkischen Grenze gegen eine EU, die Menschen- und Völkerrecht vergisst und Flüchtlinge in ihren Schlauchbooten auf hoher See zurückweist.
Tzeferakou und ihre Mitstreiter helfen dort, wo andere Urlaub machen. Auf den ostägäischen Inseln Samos, Chios und Lesbos besuchen sie Flüchtlinge, deren Reise von der nahen türkischen Küste in den Internierungslagern endete.

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Anmerkungen zur EU-Verfassung

Einige Anmerkungen zur aktuellen Debatte um die EU-Verfassung, die nicht ganz von der Hand zu weisen sind:

  • Eine Verfassung hat eher 30 als 3000 Seiten.
    Wenn 3000 Seiten gebraucht werden, ist es besser, keine Verfassung zu haben und so lange an anderen Dingen weiter zu arbeiten, bis man mit 30 Seiten hin kommt.
  • Eine Verfassung hat keine Ausnahmen.
    Wenn einzelne Gebiete Ausnahmen und Sonderregelungen brauchen, dann ist es besser, keine Verfassung zu haben und so lange an anderen Dingen weiter zu arbeiten, bis man ohne solche Ausnahmen hin kommt.
  • Eine Verfassung wird vom Volk beschlossen und getragen.
    Wenn absehbar ist, daß das Volk die Verfassung wegen ihrer Länge und Komplexität nicht verstehen kann und deswegen aus Prinzip ablehnen wird, ist der Verfassung kaputt und nicht das Volk.

Gefunden auf dem blog von Kristian Köhntopp

Hunger nach Sinn

Heute vor 5 Jahren starb Dorothee Sölle, eine engagierte Streiterin für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

 

Hunger nach Sinn

Ich werde manchmal gefragt, warum ich
denn „immer noch“ für Gerechtigkeit,
Friede und die gute Schöpfung eintrete.
„Immer noch?“ frage ich zurück,
wir fangen doch gerade erst an,
aus der Verbundenheit mit dem Leben
heraus, zu kämpfen, zu lachen, zu weinen.
Wir können uns doch nicht auf das geistige
Niveau des Kapitalismus zurückschrauben
und ständig „Sinn“ mit „Erfolg“ verwechseln.
Das ist eine lebens gefährliche Verwechslung,
wenn wir das Leben zurechtstutzen
auf das Mach bare und das,
was sich konsumieren lässt.
Meine Tradition hat uns wirklich
mehr versprochen!
Ein Leben vor dem Tod,
gerechtes Handel und die Verbundenheit
mit allem, was lebt,
die Wölfe neben den Lämmern und
Gott nicht oben und nicht später,
sondern jetzt und hier.
Bei uns, in uns.

Das Tor zum Glück

Das offene Tor

Es gibt viele Wege zum Glück, doch nur ein einziges Tor, durch das wir schreiten können, um auf die verschiedenen Wege zu gelangen: Es ist das Tor zu unserem eigenen Inneren. Es gibt den Blick frei auf unser Hoffen, unsere Wünsche, unsere Freude und unsere Lust, aber auch auf unsere Angst zu versagen, auf Wut, Trauer und Zweifel. Dis alles ist ein Teil von uns. Wir lassen uns oft durch unsere Sinne verführen. Das, was wir on und über andere hören, was wir sehen und zu sehen bekommen, was wir riechen, schmecken, fühlen hat einen Einfluss darauf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und beurteilen.
Unsere Seele aber, dieser unfassbare, nicht materielle Teil in uns, gibt sich damit nicht zufrieden. Sie will mehr. Sie will den Dingen auf den Grund gehen. Sie glaubt den Werbebotschaften der schönen, perfekten Welt nicht. Sie widersteht dem Drang, alles mit einem strahlenden Lächeln meistern zu müssen: Familie, Karriere, die jährliche Steigerung der Gewinnerwartung, soziale Verpflichtungen, Optimierungsprozesse. Sie verspürt in sich Sehnsucht. Sie will wissen, was hinter dem schönen Schein liegt. Für sie ist Glück an keinerlei Zweck gebunden, sondern es ist eine allmähliche Vervollkommnung dessen, was in uns ist.

Aus: Wo das Glück zu Hause ist. Text Elke Bader, Bilder Thomas Kinkade

„Erziehen ist gemein!“

Konservative Kreis heizen derzeit mit einer Angstkampagne die Debatte um den Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen an. Mit überwiegend irrationalen Argumenten fordern sie – wieder einmal – die Verschärfung des Jugendstrafrechts, während an anderer Stelle mehr und mehr Projekte der Gewaltprävention und Jugendsozialarbeit dem Rotstift zum Opfer fallen.

Daher aus aktuellem Anlass eine Stimme vom anderen Pol der Meinungsskala: Die „KinderRÄchTsZÄnker (kurz: K.R.Ä.T.Z.Ä.)“ setzen sich für die Gleichberechtigung zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen ein.

Hier der Link zu einem ihrer Grundsatzartikel „Erziehen ist gemein!“

2008 – Es geht los …

 

Neujahrsgebet aus dem Jahr 1883
von einem Geistlichen aus dem Münsterland

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen,
aber auch das Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen ihr letztes Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.

Herr, sorge dafür,
dass wir alle in den Himmel kommen.

Zusatz einer 90-Jährigen:
Es muss ja nicht gleich sein.

Beim Weihnachtsmahl bitte den Tierschutz nicht vergessen

Beim Festmahl an Weihnachten sollten Verbraucher auch den Tierschutz im Blick behalten. Aus diesem Grund weist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume darauf hin, dass Geflügelstopfleberprodukte das Ergebnis eines tierschutzwidrigen Herstellungsprozesses sind. In Deutschland ist das Stopfen von Tieren daher seit vielen Jahren verboten.

Gerade zur Weihnachtszeit werden Gänse- oder Entenstopfleber und Stopfleberprodukte gerne zum Fest serviert. Sie sind überwiegend aus Frankreich und Ungarn importiert und werden zum Beispiel unter der Bezeichnung „Foie Gras“ (fette Leber) angeboten. Was man dabei wissen sollte: Gänsestopfleber ist ein hochgradig krankhaft verändertes Organ. Es entsteht durch eine Zwangsmast, bei der den Tieren täglich mehrmals ein langes Rohr gewaltsam bis in den Magen geschoben und dann Futterbrei maschinell direkt in den Magen gepumpt wird. Hierbei werden die Gänse oder Enten in kurzer Zeit mit großen Futtermengen vollgestopft, die sie natürlicherweise nicht zu sich nehmen würden.

Diese dem Tierschutz widersprechende Form der Zwangsmast führt zu einer krankhaften Leberverfettung, bei der das Organ in nur wenigen Wochen auf ein Gewicht von 1.000 Gramm und mehr anschwillt. Das entspricht dem zehnfachen Gewicht einer gesunden Leber. Die Tiere leiden dadurch erheblich, weil die unnatürlich größer werdende Leber auf die anderen Organe drückt; Atemnot, Herz- und Nierenversagen sind oft die Folge. Verletzungen der Speiseröhre und Knochenbrüche durch das gewaltsame Stopfen kommen hinzu.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume rät, bei der Zusammenstellung des Weihnachtsessens das Leid und die Qualen der Tiere aus der Stopfleberindustrie zu berücksichtigen. Zudem handelt es sich bei dem Verzehr krankhaft veränderter Organe nicht um die gesündesten Lebensmittel. Am besten stammen die gebratene Gans oder Ente zu Weihnachten aus der Region, möglichst aus einer Freilandhaltung hiesiger Erzeuger. So kann man sicher sein, dass der Weihnachtsbraten tiergerecht gehalten und gemästet wurde.

Quelle

Freecycle – das Verschenk-Netzwerk

Das weltweite Freecycle-Netzwerk organisiert in regionalen Gruppen den Austausch kostenlos abzugebender Gegenstände. Was für den einen wertlos geworden ist, kann ein anderer vielleicht noch gut gebrauchen. Mit Freecycle kannst du zu verschenkende Sachen anbieten oder suchen.

Freecycle wird ehrenamtlich betrieben und vertritt keine kommerziellen Interessen. Ziel der Freecycle-Idee ist es, unnütz gewordenen Dingen wieder einen Sinn zu geben, anderen zu helfen und eine Freude zu bereiten und auch selbst Spaß daran zu haben. Mittlerweile gibt es schon über 90 lokale Gruppen in Deutschland, d.h. man kann räumlich nah Dinge anbieten und suchen.

Info: http://www.de.freecycle.org/

Hotel will keine NPD-Politiker beherbergen

Zivilcourage
Für die alltägliche Zivilcourage gibt es zum Glück immer wieder schöne Beispiele. So z.B.  die Geschäftsführung des Holiday Inn in Dresden, die den folgenden Brief an Mitglieder der NPD-Landtagsfraktion schrieb:

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

Die NPDler haben es übrigens vorgezogen, nicht in diesem Hotel abzusteigen.