Steine auf dem Küchenbord


Eine schönes Büchlein fiel mir letztens mal wieder in die Hände: "Steine auf dem Küchenbord", gesammelte Gedanken und Zitate von Astrid Lindgren:

"Es ist nicht leicht, ein Kind zu sein, las ich kürzlich in einer Zeitung, und ich war perplex, denn es passiert ja nicht jeden Tag, dass man etwas in der Zeitung liest, das wirklich wahr ist. Da spricht ein Revolutionär."
Es ist nicht leicht, ein Kind zu sein, nein! Es ist schwer, sehr schwer. Was bedeutet es eigentlich, Kind sein? Es bedeutet, dass man zu Bett gehen, aufstehen, sich anziehen, essen, Zähne putzen und die Nase putzen muss, wann es den Großen passt und nicht einem selbst. 
Es bedeutet ferner, dass man ohne zu klagen die persönlichsten Bemerkungen von Seiten eines jeden Erwachsenen anhören muss, die das eigene Aussehen, den Gesundheitszustand, die Kleidung, die man trägt, und Zukunftsaussichten betreffen.
Ich habe mich oft gefragt, was passieren würde, wenn man die Großen in derselben Art behandeln würde."

Ja, was würde passieren?
Obwohl - passiert nicht genau das tagtäglich? Die Arbeitszeiten sind vorgeschrieben, selbst wenn unser Biorhythmus uns zu anderen Zeiten viel produktiver sein ließe.
Wir ziehen die Kleidung an, die dem Dresscode entspricht, auch wenn sie uns gar nicht gefällt oder unbequem ist.
Wir gehen zu Parties oder Geschäftsessen, weil wir "soziale Verpflichtungen" haben, anstatt mit den Menschen, zusammen zu sein, die wir wirklich mögen.

Bryan White hat es für mich auf den Punkt gebracht: "Wir werden gar nicht wirklich erwachsen. Wir lernen lediglich, wie wir uns in der Öffentlichkeit zu benehmen haben."

Eigentlich traurig, oder nicht?

Alternativen?

Anmerkungen zur EU-Verfassung

Einige Anmerkungen zur aktuellen Debatte um die EU-Verfassung, die nicht ganz von der Hand zu weisen sind:

  • Eine Verfassung hat eher 30 als 3000 Seiten.
    Wenn 3000 Seiten gebraucht werden, ist es besser, keine Verfassung zu haben und so lange an anderen Dingen weiter zu arbeiten, bis man mit 30 Seiten hin kommt.
  • Eine Verfassung hat keine Ausnahmen.
    Wenn einzelne Gebiete Ausnahmen und Sonderregelungen brauchen, dann ist es besser, keine Verfassung zu haben und so lange an anderen Dingen weiter zu arbeiten, bis man ohne solche Ausnahmen hin kommt.
  • Eine Verfassung wird vom Volk beschlossen und getragen.
    Wenn absehbar ist, daß das Volk die Verfassung wegen ihrer Länge und Komplexität nicht verstehen kann und deswegen aus Prinzip ablehnen wird, ist die Verfassung kaputt und nicht das Volk.

Gefunden auf dem blog von Kristian Köhntopp

Das Tor zum Glück

Das offene Tor

Es gibt viele Wege zum Glück, doch nur ein einziges Tor, durch das wir schreiten können, um auf die verschiedenen Wege zu gelangen: Es ist das Tor zu unserem eigenen Inneren. Es gibt den Blick frei auf unser Hoffen, unsere Wünsche, unsere Freude und unsere Lust, aber auch auf unsere Angst zu versagen, auf Wut, Trauer und Zweifel. Dis alles ist ein Teil von uns. Wir lassen uns oft durch unsere Sinne verführen. Das, was wir on und über andere hören, was wir sehen und zu sehen bekommen, was wir riechen, schmecken, fühlen hat einen Einfluss darauf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und beurteilen.
Unsere Seele aber, dieser unfassbare, nicht materielle Teil in uns, gibt sich damit nicht zufrieden. Sie will mehr. Sie will den Dingen auf den Grund gehen. Sie glaubt den Werbebotschaften der schönen, perfekten Welt nicht. Sie widersteht dem Drang, alles mit einem strahlenden Lächeln meistern zu müssen: Familie, Karriere, die jährliche Steigerung der Gewinnerwartung, soziale Verpflichtungen, Optimierungsprozesse. Sie verspürt in sich Sehnsucht. Sie will wissen, was hinter dem schönen Schein liegt. Für sie ist Glück an keinerlei Zweck gebunden, sondern es ist eine allmähliche Vervollkommnung dessen, was in uns ist.

Aus: Wo das Glück zu Hause ist. Text Elke Bader, Bilder Thomas Kinkade

Frankfurt am Main: Aung So Mang*, eine junge Lehrerin, vor politischer Verfolgung aus Birma geflohen, landet auf dem Frankfurter Flughafen und beantragt Asyl. Kurz darauf hält sie die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in den Händen.
Der Wortlaut:

Birma zähle
“… zu den repressivsten Staaten weltweit. (…) Dies ist der Bevölkerung hinreichend bekannt. Vor diesem Hintergrund ist kaum anzunehmen, dass es die Antragstellerin gewagt haben sollte, sich auf einer offensichtlich nicht erlaubten Versammlung öffentlich derart in regimefeindlicher Weise zu äußern.”

Mit dieser Unterstellung wird das Asylgesuch der jungen Frau abgelehnt. Nun droht ihr die Abschiebung.

Für deutsche Beamte ist es anscheinend immer noch unvorstellbar, dass sich Menschen mutig für eine bessere, freie Gesellschaft einsetzen. Stattdessen projizieren sie ihre eigene Kleinmütigkeit auf diese Menschen, unterstellen Lüge und Betrug und liefern sie ihren Verfolgern aus. Tragisch für Verfolgten, die hier um Hilfe ersuchen. Aber auch “armes Deutschland”!

*Name zum Schutz der Betroffenen geändert
(Quelle: Info von ProAsyl)

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Wirtschaft wichtiger als Recht

Der stellvertretende Justizminister der USA, Thomas Bernett hat das Luxemburger Urteil gegen Microsoft kritisiert.

Das sei ihm nicht verübelt. Ich finde auch er hat ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Sehr verwunderlich finde ich allerdings die Begründungen, die er als stellvertr. Justizminister (!) vorbringt: die Entscheidung beeinträchtige Innovationen und wirke abschreckend für den Wettbewerb.

Von einem Vertreter der Justizbehörde hätte ich rechtliche Überlegungen erwartet und keine wirtschaftlichen. Mir zeigt das, wo hier die Prioritäten liegen: Ob das Urteil gesetzeskonform ist, scheint gar nicht so wichtig, aber wenn die (eigene!) Wirtschaft beeinträchtigt sein könnte, dann hebt das große Jammern an.

Dezentrale Desorganisation

Ich bin ja grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber zentralistischer Organisation. Aber manchmal denke ich, dass es doch auch so seine Vorzüge hätte …

Sandfrachter auf dem Rhein

Zwei Sandfrachter: Der eine fährt gen Norden, der andere mit gleicher Fracht gen Süden. Ob man das nicht hätte besser koordinieren können?!

(Fotografiert am Rhein, Höhe Köln-Porz)

Realitäten verschiedener Art

GDL-Streik
Bahnchef Hartmut Mehdorn nannte die GDL-Forderungen von 31 Prozent mehr Lohn «irrwitzig». So weit so gut, das kann man ja vielleicht noch nachvollziehen. Aber das aus dem Munde eines Mannes, dessen Bezüge im letzten Jahr um 62 Prozent erhöht wurden.
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Seit dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn sind die Bezüge für die acht Vorstandsmitglieder um 400 Prozent gestiegen, in den Jahren 1999 bis 2005 laut Geschäftsbericht von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro.

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Da fragt man sich doch schon, wer da den Realitätsbezug verloren hat …

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“Denkanstoß”

Als “Denkanstoß” hat Angela Merkel die neuesten Vorschläge unseres Innenministers zur Terrorbekämpfung (z.B. gezielte Tötungen) bezeichnet. Es dürfe weder Denkverbote und Denkblockaden geben.
Wer will schon “Denkverbote”? Und genau – wozu sollten “Denkblockaden” gut sein?

ABER folgende Lehre aus dem Talmud sei auch dabei “bedacht”:

“Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.”

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Welchen “Charakter” wird eine Bundesrepublik Deutschland bekommen, wenn die gezielte Hinrichtung von Menschen legal wird?

Und was wird ihr Schicksal sein??

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