Zuversicht

beehive-578191_1280

Sturm und Hagel hatten lange gewütet und die Felder und Blüten zerschlagen. Zwei Bienen saßen vor ihrem Korb in der Sonne und schauten auf die verwüstete Natur.
„Ach, bei all dieser Zerstörung lohnt es sich gar nicht los zu fliegen,“ klagt die eine Biene und krabbelt zurück in den Korb.
„Die Natur ist stark und wir haben unseren Platz darin. Irgendwo werden schon noch Blumen sein,“ meint die andere Biene. „Sie brauchen uns und wir brauchen sie. Ich fliege los,“ spricht sie und startet in den Tag.
(Quelle unbekannt)

Download als Postkarte:

Die ewige Wahrheit

Muschel_Meer3

Es sollte die wichtigste Konferenz aller Zeiten werden. Dazu hatte man die klügsten Gelehrten, die besten Wissenschaftler*innen und die Weisen aller Religionen der Welt eingeladen. Man wollte sich über die grundlegenden Wahrheiten der Existenz austauschen und feststellen, was universell, überall auf der Welt wahr und richtig sei.
Aber bereits am zweiten Tag war die Situation zum Verzweifeln: Statt ewige Wahrheiten zu formulieren gab es heftige Dispute, kleingeistige Scharmützel und endlose Streitereien unter den Gelehrten.
So wurde eine kleine Pause ausgerufen und die ganze Gesellschaft ging hinaus durch den wunderschönen Palmengarten, der an das Konferenzzentrum angrenzte, und sie blickten auf das Meer, das vor ihnen lag.
Am Strand sahen sie eine alte Frau. Sie hatte vor ihrer Hütte ein Loch gegraben hatte und lief nun mit einer Schale immer wieder zum Ozean, um Wasser zu schöpfte und in das Loch zu füllen. Die Gelehrten machten sich über die Frau lustig und einer von ihnen fragte sie, was sie denn da tue.
„Ich will, dass das Meer hier in meinem Loch ist, dann habe ich es näher an meiner Hütte. Und dann gehört das Meer alleine mir.“
„Was für eine Narretei! Siehst Du denn nicht, dass das unmöglich ist“, erwiderte belustigt ein anderer der Gelehrten, „es ist unmöglich, nur einen Bruchteil dieses unendlichen Ozeans hier in Dein Loch zu bringen.“
„Ja, wahrscheinlich habt ihr recht. Ihr scheint klug zu sein“, sagte die alte Frau ruhig und blickte dem Mann offen in die Augen. „Aber wie kommt es dann, dass ihr euch einbildet, die großen Geheimnisse des Universums mit eurem winzigen Geist erfassen zu können.“

Du kannst eine Muschel ans Ohr führen und das Rauschen, das Du hörst, für das Meer halten – aber ist dies wirklich der Ozean?
Die ewige Wahrheit passt ebenso wenig in unseren Kopf, wie der Ozean in eine Muschel passt.

Die drei Siebe

SiebeSokrates wurde einst von einem Bekannten aufgesucht:
„Höre, Sokrates, ich muss dir erzählen, wie dein Freund….“
„Stopp, stopp“, unterbricht ihn der Philosoph. „Hast du zuvor das, was du mir sagen willst, mit den drei Siebe gefiltert?“
„Drei Siebe? Was meinst Du damit?“, fragt der andere verwundert.
„Ja, drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit:
Hast du geprüft, ob das, was du mir erzählen willst, tatsächlich wahr ist?“
„Nein, ich hörte es erzählen, und…“
„Nun, so hast du aber sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft: Ist das, was du mir berichten willst – wenn es schon nicht wahr ist – wenigstens gut?“
Der andere zögert. „Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil…..“
„Nun“, unterbricht ihn Sokrates. „so wollen wir noch das dritte Sieb der Notwendigkeit nehmen und uns fragen, ob es wirklich wichtig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint.“
„Also notwendig gerade nicht unbedingt….“
„Nun denn“, lächelt der Weise, „wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so begraben es bitte und belaste weder dich noch mich damit.“

3 Siebe2Ausdruck als Geschichten-Postkarte

 

Drei Siebe_400+Ausdruck als Bildkarte

Vom Geben und Nehmen

A_View_of_the_Delta

Vor langer Zeit, als die Dinge dieser Welt sich ihres Wesens noch bewusst waren, wandte sich der Nil, der größte Strom Afrikas an Gaia, die Urgöttin und Erdenmutter. Er, der längste Fluss der Erde, war sich seiner Mächtigkeit bewusst und er beklagte sich bei ihr: „Die Welt ist undankbar. Schau, was ich seit Jahrtausenden zuwege bringe: Ich nähre das Land mit meinen jährlichen Überschwemmungen. Sieh dir mein riesiges Delta an und welche Fruchtbarkeit und Pracht ich erschaffe. Ohne mich wäre dort nur Wüste und öde Landschaft. Seit Anbeginn der Zeit haben die Menschen an meinen Ufern gesiedelt und Hochkulturen errichtet. Und doch erhalte ich nie ein Wort des Dankes für all mein Wasser mit dem ich die Menschen, die Tiere und den Boden ernähre.“

„Ja, das ist wohl war“, sprach Gaia mit gütiger Stimme. „Ich sehe, die Früchte deines ständigen Strömens sind in der Tat grenzenlos. Kaum jemand vermag solche Fruchtbarkeit hervorzubringen, wie du.“

Der Nil freute sich über die Anerkennung, die Gaia ihm entgegenbrachte, aber sie war noch nicht zu Ende mit ihrer Rede. „Ich verstehe, dass es bitter ist, nie Dank zu erhalten, aber – wie steht es mit deiner Dankbarkeit?“

Der Nil schaute überrascht.

„Hast du dich je, „fuhr Gaia fort, „bei deinen Zuflüssen bedankt, die dich ständig nähren? Bei den Seen, die hoch oben im Lande das Regenwasser sammeln und an dich weitergeben? Bist du dir deiner Quellen bewusst, ohne die du nie so großzügig schenken könntest? Wie ein Baumstamm bist du, groß und stark, und wie bei Dir entspringen aus einem Baum Äste, die sich wieder verzweigen und die Blüten und Früchte hervor bringen. Aber all eure Größe beruht auf der Stärke eurer Wurzeln, die unerkannt im Verborgenen ruhen und euch täglich nähren. Nichts wäre der Baum, ohne den Wind, der ihm Nahrung bringt und auch du könntest nicht existieren, wenn Regen und Quellen dich nicht täglich nähren würden.“

Der Nil hörte stumm Gaias Rede und seine Selbstgerechtigkeit und Verbitterung wich einer Nachdenklichkeit und Beschämung.

Gaia sah, dass seine Stimmung sich wandelte. „Gräme dich nicht, dass du dich bisher so wenig dankbar gegenüber deinen Wurzeln gezeigt hast,“ beruhigte ihn Gaia. „So ist der Lauf der Welt und der Dinge. Wir schauen alle eher nach vorn als zurück. Aber lass diese Erkenntnis dir zum Trost gereichen, dass auch die, für die du dich unablässig und so großzügig verströmst, dir so wenig danken. Ebenso wie du schauen sie eher auf das, was sie bewirken, als auf das, was sie dabei nährt. Und doch sind wir alle ein einziger großer Organismus, ein einziges, vielfältiges Wesen, und jedes kleinste Teilchen trägt das seine dazu bei, dass wir leben und gedeihen. Also ströme weiter und sei dir gewiss, dass ich deine Geschenke sehe und ehre und achte.“                                                        (miro)

kNeue-Geschichten-auf-rohanda.de_169x50t   kPDF-Download_196x50

Wer weiß, wozu es gut ist …

PferdeDer alte Mann und sein Pferd

Ein alter Mann lebte in einem Dorf, er war sehr arm, aber er besaß ein wunderschönes Pferd. Immer wieder bot man ihm große Summen für das Pferd, aber der Mann sagte stets: „Dieses Pferd ist für mich kein Pferd, sondern ein Freund. Und wie könnte man einen Freund verkaufen?“
Der Mann war arm, aber sein Pferd verkaufte er nie.

Eines Morgens war sein Pferd verschwunden. Das ganze Dorf versammelte sich, und die Leute sagten: „Du armer Mann! Welch ein Unglück! Hättest du doch das Pferd nur verkauft. Jetzt hast du gar nichts mehr.“
Der Alte sagte: „Geht nicht so weit, das zu sagen. Sagt einfach: Das Pferd ist nicht im Stall. Soviel ist Tatsache; alles andere ist Urteil. Ob es ein Unglück ist oder ein Segen, weiß ich nicht, sehe ich doch nur ein Bruchstück des Ganzen. Wer weiß, wozu es gut sein mag?“
Die Leute lachten den Alten aus. Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bißchen verrückt war. Aber nach einigen Tagen kehrte tatsächlich das Pferd zurück. Und nicht nur das, es brachte auch noch ein Dutzend wilder Pferde mit.

Wieder versammelten sich die Leute, und sie sagten: „Alter Mann, du hattest recht. Es war kein Unglück, es hat sich tatsächlich als ein Segen erwiesen.“
Der Alte entgegnete: „Wieder geht ihr zu weit. Sagt einfach: Das Pferd ist zurück. Wer weiß, ob das ein Segen ist oder nicht? Es ist nur ein Bruchstück. Ihr lest nur ein einziges Wort in einem Satz – wie könnt ihr das ganze Buch beurteilen?“
Dieses Mal wussten die Leute nicht viel einzuwenden, aber innerlich dachten sie, dass der Alte unrecht hatte. Zwölf herrliche Pferde waren gekommen.

Der alte Mann hatte einen einzigen Sohn, und dieser begann, die Wildpferde zuzureiten. Am nächsten Tag fiel er von einem der Pferde und brach sich beide Beine. Wieder versammelten sich die Leute, und wieder urteilten sie: „Wieder hattest du recht! Es war ein Unglück. Dein einziger Sohn kann nun seine Beine nicht mehr gebrauchen, er war die einzige Stütze deines Alters, und die Ernte steht bevor. Jetzt bist du ärmer als je zuvor.“
Der Alte antwortete: „Ihr seid besessen vom Urteilen. Geht nicht so weit. Sagt nur, dass mein Sohn sich die Beine gebrochen hat. Niemand weiß, ob dies ein Unglück oder ein Segen ist.

Kurze Zeit später ergab es sich, dass der König des Landes einen Krieg begann. Alle jungen Männer des Ortes wurden zwangsweise eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er verkrüppelt war. Der ganze Ort war von Klagen und Wehgeschrei erfüllt, weil dieser Krieg nicht zu gewinnen war und man wusste, dass die meisten der jungen Männer nicht nach Hause zurückkehren würden.
Sie kamen zu dem alten Mann und sagten: „Du hattest recht, alter Mann – es hat sich als Segen erwiesen. Dein Sohn ist zwar verkrüppelt, aber immerhin ist er noch bei dir. Unsere Söhne sind für immer fort.“

Doch wieder antwortete der Alte: „Ihr hört nicht auf zu urteilen. Sagt nur dies: dass man eure Söhne in die Armee eingezogen hat, und dass mein Sohn nicht eingezogen wurde. Doch nur das Ganze weiß, ob dies ein Segen oder ein Unglück ist.“

kPDF-Download_196x50  kNeue-Geschichten-auf-rohanda.de_169x50t

Das Wesentliche

lioness-3208_1280

Ein Löwe geriet in Gefangenschaft und wurde in ein Lager gebracht, wo er zu seinem Erstaunen noch andere Löwen antraf, die schon jahrelang dort waren, einige sogar ihr ganzes Leben, denn sie waren dort geboren. Er lernte bald die sozialen Betätigungen der Lagerlöwen kennen. Fast alle schlossen sich in Gruppen zusammen. Eine Gruppe bestand aus den Gesellschaftslöwen, die schauten, dass das Leben Spaß machte. Eine andere Gruppe war im Showgeschäft – sie versuchten sich gegenseitig zu imponieren; wieder eine andere betätigte sich kulturell, um die Bräuche, die Traditionen und die Geschichte jener Zeiten zu bewahren, als die Löwen in Freiheit lebten. Andere Gruppen waren visionär gestimmt, sie kamen zusammen, um zu Herzen gehende Lieder zu singen von einem künftigen Dschungel ohne Zäune. Es gab auch eine revolutionäre Gruppe, die traf sich, um sich gegen ihre Wärter zu verschwören oder gegen andere revolutionäre Gruppen Pläne zu schmieden. Ab und zu brach eine Revolte aus, einige Gruppen wurden dabei ausgelöscht oder alle Wärter wurden umgebracht und durch andere ersetzt.

Wie sich der Neuankömmling so umsah, bemerkte er schließlich einen Löwen, der stets tief in Gedanken versunken schien, ein Einzelgänger, der keiner Gruppe angehörte. Er hielt sich meistens von allen fern. Es war etwas Seltsames um ihn, das sowohl die Bewunderung der anderen hervorrief, aber auch ihre Feindseligkeit, denn seine Gegenwart erzeugte Angst und Selbstzweifel. Er sagte zu dem Neuankömmling:

„Schließ dich keiner Gruppe an. Diese armen Narren kümmern sich um alles, bloß nicht um das Wesentliche“.

„Und was ist das Wesentliche?“ fragt der Neuankömmling.
„Das Wesentliche“, sagte der Löwe, „ist, über die Art des Zaunes nachzudenken.“

Quelle: Hypno-Fortbildung 2012

kPDF-Download_196x50

das_wesentliche_loewe
Ausdruck als Geschichten-Postkarte

Ungesund für die Seele

Folterkeller“Irgendjemand sollte dich dafür hassen”, sagte der alte Mönch. “Vielleicht würde das helfen.”

Trotz seiner Worte blickte er ruhig, ja  fast gütig auf den Folterer, der sein Werk an dem Bruder des Gelehrten soeben vollendet hat. Dessen geschundener Leichnam lag gebrochen auf dem steinigen Boden.

“Und warum nicht Du?” fragte der kalt der Folterer. “Warum hasst Du mich nicht, obwohl Du gesehen hast, was ich gerade mit diesem Wurm getan habe und was ich morgen ebenso mit Dir machen werde?”

“Weil meine Seele schwach ist”, antwortete der Mönch. “Trotz all meiner Übungen bin ich immer noch ein selbstsüchtiger Mensch. Und ich weiß, dass meine Seele zerbrechen würde, würde ich mir erlauben, dich zu hassen. Um am Hass nicht selber Schaden zu leiden, braucht es mehr Stärke, als ich im Laufe meines Lebens erwerben konnte.”

 

Die Tiefen der Liebe

Neue Geschichten auf rohanda.de Sultan_kleinSultan Omid war der gütige und wohlhabende Herrscher eines großen Reiches und pflegt oft Wanderungen durch sein Land zu unternehmen. Auf einer dieser Reisen verliebte er sich unsterblich in die junge Tochter einer armen Bauernfamilie, die weit entfernt vom Palast des Sultans in Armut lebte und arbeite. Omid beschloss Shaadi, denn so hieß dieses Mädchen – und ihr Name bedeutet Fröhlichkeit -, zu heiraten. Er befahl seinen Diener, sie aus den ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen zu befreien und in einer Sänfte in seinen Palast zu bringen. Alles geschah nach seinem Willen, doch wenige Tag darauf erkrankte Shaadi auf rätselhafte Weise. Die besten Ärzte des Herrschers konnten ihr nicht helfen, obwohl sie all ihre Heilkunst an ihr erprobten. Über Tage und Wochen schwebte das Mädchen zwischen Leben und Tod.
Der Sultan, in banger Sorge um das Wohl seiner geliebten Braut, ließ öffentlich verkünden, dass die Person, die seine Geliebte retten und heilen kann, alles von ihm erbitten könne und sei es das halbe Reich.
Durch diese Ankündigung erfuhr auch Varahraa, eine weise Frau, von der Krankheit des Mädchens und dem Schmerz des Sultans. Varahraa lebte in ihrem bescheidenen Haus am Rande der Hauptstadt und sie war in ihrer Nachbarschaft wegen ihre Besonnenheit berühmt. Manchmal wurde sie sogar von Männern um Rat gefragt.
Varahraa ging zum Palast, hörte den Sultan an und fragte, ob sie das Mädchen alleine sprechen dürfe. Omid war zu erst unwillig über diese ungewohnte Bitte, aber die Sorge um seine Geliebte war groß und die ruhige Ausstrahlung Varahraas besänftigte ihn.
Nach einer Stunde des privaten Gesprächs mit der todkranken Shaadi kam Varahraa zum König zurück. „Mein Gebieter“, sagte sie mit gesengtem Haupt. „Es gibt gute und auch schlechte Nachrichten.“
„Sprich!“, sagte Omid. „Kannst Du meine geliebte Shaadi heilen?“
„Ja, mein Gebieter“, antwortete die weise Varahraa. „Ich kenne eine Medizin, die sie sofort heilen kann, aber diese Medizin wird sehr bitter sein.“ Sie machte eine Pause. „Und zwar bitter nicht für das Mädchen, sondern für Euch. Für Euch Majestät, wird dieses Heilmittel sehr schmerzhaft sein.“
Omids Gesicht hellte sich auf, denn er fasste neue Hoffnung. „Ich bin bereit, alles zu tun, wenn nur meine Geliebte wieder gesund wird. Und brauchst Du meinen rechten Arm dafür, gerne will ich ihn geben.“
„Euren Arm brauche ich nicht, aber ich weiß nicht, ob euer Herz groß genug sein wird für diese Medizin.“ Voller Mitgefühl schaute Varahraa auf den Sultan und sprach mit leiser und doch fester Stimme weiter: „Shaadi liebt schon seit langem Farshid, einen Nachbarjungen aus dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Gebt den beiden Euren Segen und die Erlaubnis zur Heirat und Eure geliebte Shaadi wird sofort gesund sein.“

dove_flying-md

(Quelle: gehört auf einer Hypno-Fortbildung, aus dem Gedächtnis aufgeschrieben)

Zum Internationalen Frauentag

Schranke_oben

Führungsspitzen

Ein Unternehmen hat seine Spitzenleute auf ein teures Seminar geschickt. Sie sollen lernen, auch in einer ungewohnten Situation Lösungen zu erarbeiten, rasch und zielgerichtet zu entscheiden.

Am zweiten Tag wird einer Gruppe von Managern die Aufgabe gestellt, die Höhe einer Schranke zu messen. Sie gehen hinaus auf den Rasen, beschaffen sich eine Leiter und ein Bandmass. Die Leiter ist aber zu kurz. Also holen sie noch einen Tisch, auf den sie die Leiter stellen. Es reicht immer noch nicht.

Sie stellen noch einen Stuhl auf den Tisch. Da das alles sehr wackelig ist, fällt der ganze Aufbau immer wieder um. Alle reden gleichzeitig. Jeder hat andere Vorschläge zur Lösung des Problems. Es ist ein heilloses Durcheinander.

Eine Frau kommt vorbei, sieht sich das Treiben ein paar Minuten lang an. Dann klappt sie wortlos die Schranke herunter, nimmt das Bandmass, misst sie vom Drehpunkt bis zum Ende und addiert die Höhe des Sockels. Sie schreibt das Ergebnis auf einen Zettel und drückt ihn zusammen mit dem Bandmass einem der Manager in die Hand. Dann geht sie wieder ihres Weges.

Kaum ist sie um die Ecke, sagt einer der Top-Manager: “Das war wieder typisch Frau, überhaupt keine Ahnung: Wir müssen die Höhe der Schranke wissen und sie sagt uns die Länge! Genau deshalb lassen wir Frauen auch nicht in den Vorstand”.