„Erziehen ist gemein!“

Konservative Kreis heizen derzeit mit einer Angstkampagne die Debatte um den Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen an. Mit überwiegend irrationalen Argumenten fordern sie – wieder einmal – die Verschärfung des Jugendstrafrechts, während an anderer Stelle mehr und mehr Projekte der Gewaltprävention und Jugendsozialarbeit dem Rotstift zum Opfer fallen.

Daher aus aktuellem Anlass eine Stimme vom anderen Pol der Meinungsskala: Die „KinderRÄchTsZÄnker (kurz: K.R.Ä.T.Z.Ä.)“ setzen sich für die Gleichberechtigung zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen ein.

Hier der Link zu einem ihrer Grundsatzartikel „Erziehen ist gemein!“

Shambala

Du erkennst, dass es dir absolut zusteht, in diesem Universum zu sein und so zu sein, wie du bist,
und du siehst, dass es in dieser Welt eine bedingungslose Gastfreundschaft für dich gibt.
Du hast geschaut und gesehen,
und du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, auf dieser Erde geboren zu sein.

(Chögyam Trungpa)

Das Buch vom meditativen Leben
Der Autor
Chögyam Trungpa, in Tibet geboren, wurde schon in früher Kindheit zum Oberhaupt der Surmang-Klöster in Süd-Tibet bestimmt. Der Dalai Lama sandte als Leiter des ersten westlichen tibetischen Klosters nach England, wo er Psychologie, Religionswissenschaften und Kust studierte. Heute lehrt er in den USA, wo er zahlreiche Meditationszentren sowie die erste buddhistische Universität, das Naropa Institute in Boulder, Colorado, gründete.
Meditationszentren in aller Welt arbeiten inzwischen mit seiner Shambala-Methode der Mediation im Alltag.

‚Das Buch vom meditativen Leben‘ gibt einen guten ersten Einblick in die tibetische Shambala-Lehren.
Aus dem Klappentext:
„Nicht vom Rückzug in die Innerlichkeit ist hier die Rede, sondern vom Durchschauen der Selbsttäuschung, mit der wir uns das Leben schwermachen. Nicht Weltflucht ist das Ziel, sondern die Befreiung von allen Illusionen, allen Wunsch- und Zielvorstellungen, die einer unverstellten Sicht der Wirklichkeit im Wege stehen.
Nach den tibetischen Shambala-Lehren ist es der ‚Pfad des Kämpers‘, der zu Freiheit und Selbstverwirklichung führt. Ein Shambala-Krieger ist, wer sich unerschrocken, hellwach und voller Geistesgegenwart den Herausforderungen des Lebens stellt – ein jeder an seinem Platz.“

Auch wenn manche Begrifflichkeiten – z.B. Krieger, Kämpfer, Kriegerschaft, zuerst etwas gewöhnungsbedürftig sind, werden sie schnell mit Inhalten gefüllt, die sie den üblichen Bedeutungen entheben. So ist z.B. vom „Krieger der Munterkeit“ die Rede, der nie in seiner Disziplin nachlässt und sich an seiner Disziplin freut – „wie ein Schneelöwe“.
Ein lesenswertes Buch, das ich einmal ganz durchgelesen habe und jetzt immer wieder gerne mal zur Hand nehme, um mich an einzelnen Seiten zu erfrischen, zu bereichern und motivational zu stimulieren.
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Die heilende Kraft der Gefühle (Hrsg. Daniel Goleman)

Untertitel:
Gespräche mit dem Dalai Lama über Achtsamkeit, Emotion und Gesundheit

Die heilende Kraft der Gefühle

Klappentext:
Erst seit zwei Jahrzehnten beginnen Ärzte, Biologen und Psychologen im Westen, den Einfluß von Gefühlen auf das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verstehen. Aber schon seit zwei Jahrtausenden wissen buddhistische Denker um die Heilkräfte des menschlichen Geistes. Wie sind Gehirn, Immunsystem und Gefühle miteinander verbunden? Wie hängen Emotionen und gesteigertes Wohlbefinden zusammen? Hat Ethik eine biologische Grundlage? In einem spannenden Dialog zwischen westlichen Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete und dem Dalai Lama erfahren wir, wie die Erkenntnisse der introspektiven Geisteswissenschaften des Ostens von bahnbrechenden Ergebnissen der experimentellen Naturwissenschaften des Westens bestätigt werden: Der Buddhismus besitzt wirkungsvolle praktische Methoden, die Macht der Emotionen als Heilmittel einzusetzen.

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Die ‚Mind-and-Life‘-Konferenzen
Seit Oktober 1987 trifft der Dalai Lama immer wieder ausgewählte Fachleute zu Diskussionen über Verknüpfungen und Schnittstellen der Wissenschaften von Geist und Leben im weitesten Sinne, das heißt sowohl der Biologie, Neurologie und Psychologie als auch der Philosopie und der Geisteswissenschaften – Disziplinen von höchster und unmittelbarer Bedeutung für die Tradition des Buddhismus.
Dieses Buch ist die Dokumentation einer dieser Konferenzen. Im Sommer 1991 trafen sich 10 Fachleute aus Psychologie, Philosophie, Physiologie und Verhaltenstherapie und stellten die wesentlichen Neuentdeckungen ihrer Gebiete dar und diskutierten deren Verknüpfungen mit dem Dalai Lama. Dabei geht es um Fragen wie „Kann der Geist den Körper heilen ? Wie sind Gehirn, Immunsystem und Gefühle miteinander verbunden ? Wie hängen Gefühle und gesteigertes Wohlbefinden zusammen ? Hat Ethik eine biologische Grundlage?, Wie kann uns der Tod helfen, das Wesen unseres Geistes zu verstehen ?

Obwohl das Buch oft spannend ist wie ein Roman kann man die 300 Seiten nicht so einfach „runterlesen“. Es braucht Zeit zum „Kauen“ und zum „Verdauen“. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, bietet es Menschen, die in psycho-sozialen, pädagogischen oder auch heilenden Berufen tätig sind, einen großen Gewinn.

„Es gibt andere Helden“

Foto Howard Zinn

Neben all den Schreckensmeldungen, die wir täglich in der Zeitung lesen (müssen?!), gibt es zum Glück auch immer wieder kleine Highlights. Das Interview mit Howard Zinn ist ein solches.


HOWARD ZINN, 84, war Werftarbeiter, Streikführer und Air-Force-Pilot, bevor er zum populärsten linken Historiker der USA aufstieg. Er unterrichtete am Spelman College, der heutigen Universität von Atlanta, Georgia, später wurde er Geschichtsprofessor an der Boston University. Berühmt wurde Zinn, der sich auch in der Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung engagierte, vor allem durch „A People’s History of the United States“.

Die „Geschichte des amerikanischen Volkes“ erzählt die Historie von 1492 bis heute, aber nicht als Geschichte ruhmreicher Eroberer und tugendhafter Präsidenten, sondern aus der Perspektive der einfachen Leute: der Indianer, die sich gegen die Genozide wehrten und brutal ermordet wurden, aus dem Blickwinkel der armen Einwanderer, die in regelmäßigen Wellen in das Land geschwemmt wurden, aus der Sicht der schwarzen Sklaven, der einfachen Arbeiter. Aber es ist nicht nur eine Geschichte der Besiegten. Howard Zinn versucht, den offiziellen Helden wirkliche Helden gegenüberzustellen – etwa die Abolitionisten, die eine Bewegung für die Abschaffung der Sklaverei entfachten, deren Forderungen sich Abraham Lincoln nur mit Widerwillen beugte. (s. taz vom 2.1.07)


Das sehr lesenswertes Interview mit ihm findet sich hier