Erfolgreich ohne Schule

André Stern wurde nie zum Lernen gezwungen, er hat nie eine Schule besucht. Er ist Gitarrenbauer, Künstler und Autor.

Portrait auf 3sat, in dem er den Schulzwang kritisiert und über sein eigenverantwortliches Lernen als natürliches Gegenbeispiel berichtet. „Meine Eltern hatten totales Vertrauen und für sie war klar, dass ihre Kinder nicht in die Schule gehen müssen.“

Literaturtipp:

André Stern: … und ich war nie in der Schule: Geschichte eines glücklichen Kindes

Weitere Beiträge zum Thema:

 

Menschenrechtspreis für Marianna Tzeferakou

Sie sagt es gleich als Erstes: Dass dieser Preis nicht ihr, Marianna Tzeferakou, gebühre, sondern den vielen Aktivistinnen und Aktivisten, für die sie ihn entgegennimmt.

In Frankfurt am Main erhält die 32-Jährige am 6. September den Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl. Die Athenerin ist das Gesicht der griechischen Anwaltsvereinigung für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten. Gemeinsam mit lokalen Gruppen kämpfen die Juristen an der griechisch-türkischen Grenze gegen eine EU, die Menschen- und Völkerrecht vergisst und Flüchtlinge in ihren Schlauchbooten auf hoher See zurückweist.
Tzeferakou und ihre Mitstreiter helfen dort, wo andere Urlaub machen. Auf den ostägäischen Inseln Samos, Chios und Lesbos besuchen sie Flüchtlinge, deren Reise von der nahen türkischen Küste in den Internierungslagern endete.

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Zum Geburtstag von Erich Fried

Erich Fried
6. Mai 1921 (Wien) – 22. November 1988

Es ist was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Es ist Unglück
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst.
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Es ist lächerlich
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Quelle und noch viele weitere schöne Gedichte von Erich Fried –> hier

Hunger nach Sinn

Heute vor 5 Jahren starb Dorothee Sölle, eine engagierte Streiterin für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

 

Hunger nach Sinn

Ich werde manchmal gefragt, warum ich
denn „immer noch“ für Gerechtigkeit,
Friede und die gute Schöpfung eintrete.
„Immer noch?“ frage ich zurück,
wir fangen doch gerade erst an,
aus der Verbundenheit mit dem Leben
heraus, zu kämpfen, zu lachen, zu weinen.
Wir können uns doch nicht auf das geistige
Niveau des Kapitalismus zurückschrauben
und ständig „Sinn“ mit „Erfolg“ verwechseln.
Das ist eine lebens gefährliche Verwechslung,
wenn wir das Leben zurechtstutzen
auf das Mach bare und das,
was sich konsumieren lässt.
Meine Tradition hat uns wirklich
mehr versprochen!
Ein Leben vor dem Tod,
gerechtes Handel und die Verbundenheit
mit allem, was lebt,
die Wölfe neben den Lämmern und
Gott nicht oben und nicht später,
sondern jetzt und hier.
Bei uns, in uns.

Internationaler Tag der Gewaltfreiheit

M.Gandhi Die drei Widersacher

Gestern hat die UN-Generalversammlung den 2. Oktober – Gandhis Geburtstag – zum Internationalen Tag der Gewaltfreiheit erklärt.

Es kann ja nicht schaden, dass es jetzt auch für die Gewaltfreiheit einen speziellen Tag gibt. Und Gandhis Geburtstag ist dafür sicher nicht die schlechteste Wahl.

Bei Wikipedia findet sich ein guter Überblick zum Leben und Wirken von Mohandas Karamchand Gandhi. Der Ehrenname Mahatma – große Seele – stammt übrigens von dem indischen Philosophen Rabindranath Tagore.

Abgesehen davon, dass am gleichen Tag auch der Komiker Groucho Marx Geburtstag hat (*1890), gab es an verschiedenen 2. Oktobern noch weitere Ereignisse, die zeigen, dass wir nicht nur einen Tag, sondern dringend eine ganze Ära oder eine Kultur der Gewaltfreiheit brauchen. Hier nur eine kleine Auswahl:

2. 10. 1954: Auf der Londoner Außenministerkonferenz wird die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und die Aufnahme in die NATO beschlossen.

2.10. 1968: Beim Massaker von Tlatelolco werden Hunderte von protestierenden Studenten vom mexikanischen Militär erschossen.

2.10. 2001: Nach den Terroranschlägen vom 11. September wird in Brüssel erstmalig der Bündnisfall für die NATO ausgerufen. (Quelle: wikipedia.de)

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Stuttgarter Friedenspreis für Kriegsdienstverweigerer Agustín Aguayo

Mahnwache

Mahnwache vor den Leighton Barracks in Würzburg am Prozesstag, 6.3.2007.

Der US-Verweigerer Agustín Aguayo wird den diesjährigen Stuttgarter Friedenspreis erhalten.
Der ehemalige Sanitäter der US-Armee hatte seit Anfang 2004 vergeblich versucht, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden. Schließlich verweigerte er sich des erneuten Einsatzes im Irak und floh im September 2006 aus der Armee. Wenige Wochen nach seiner Flucht stellte er sich und wurde zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt.

Weitere Infos auf den Seiten von Connection e.V.

Rabindranath Tagore (* 7. Mai 1861)

Ich ging als Bettler von Tür zu Türe am Dorfweg. Da erschien in der Ferne dein goldner Wagen, wie schimmernder Traum, und ich wunderte mich, wer dieser König der Könige sei.

Meine Hoffnung stieg hoch, und mir deuchten die schlimmen Tage vorbei, ich stand Almosen erwartend, die ungebeten verschenkt, und Reichtum, rings in den Staub geschüttet.

Der Wagen hielt, wo ich stand. Dein Blick fiel auf mich, du stiegst nieder mit Lächeln. Ich fühlte, das Glück meines Lebens sei endlich gekommen. Da plötzlich strecktest du deine Rechte aus und sprachst: »Was hast du mir zu geben?

O welch ein Königsscherz wars, die Hand zu öffnen, dem Bettler zu betteln! Ich war verwirrt, stand unentschlossen, und aus dem Quersack nahm ich langsam das kleinste Korn und gab es dir.

Doch wie groß mein Erstaunen, als am Ende des Tages den Sack ich geleert auf dem Boden, zuletzt ein kleines Korn von Gold unter dem armen Haufen zu finden. Und bitterlich weint ich und wünschte, ich hätte das Herz gehabt, dir mein Alles zu geben.

Rabindranath Tagore, Dichter und Philosoph, erhielt 1913 für Gitanjali den Nobelpreis für Literatur.

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„Es gibt andere Helden“

Foto Howard Zinn

Neben all den Schreckensmeldungen, die wir täglich in der Zeitung lesen (müssen?!), gibt es zum Glück auch immer wieder kleine Highlights. Das Interview mit Howard Zinn ist ein solches.


HOWARD ZINN, 84, war Werftarbeiter, Streikführer und Air-Force-Pilot, bevor er zum populärsten linken Historiker der USA aufstieg. Er unterrichtete am Spelman College, der heutigen Universität von Atlanta, Georgia, später wurde er Geschichtsprofessor an der Boston University. Berühmt wurde Zinn, der sich auch in der Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung engagierte, vor allem durch „A People’s History of the United States“.

Die „Geschichte des amerikanischen Volkes“ erzählt die Historie von 1492 bis heute, aber nicht als Geschichte ruhmreicher Eroberer und tugendhafter Präsidenten, sondern aus der Perspektive der einfachen Leute: der Indianer, die sich gegen die Genozide wehrten und brutal ermordet wurden, aus dem Blickwinkel der armen Einwanderer, die in regelmäßigen Wellen in das Land geschwemmt wurden, aus der Sicht der schwarzen Sklaven, der einfachen Arbeiter. Aber es ist nicht nur eine Geschichte der Besiegten. Howard Zinn versucht, den offiziellen Helden wirkliche Helden gegenüberzustellen – etwa die Abolitionisten, die eine Bewegung für die Abschaffung der Sklaverei entfachten, deren Forderungen sich Abraham Lincoln nur mit Widerwillen beugte. (s. taz vom 2.1.07)


Das sehr lesenswertes Interview mit ihm findet sich hier

Mut und Verantwortung

Agustin Aguayo

Der US-Kriegsdienstverweigerer Agustín Aguayo ist seit Anfang Oktober im US-Militärgefängnis in Mannheim inhaftiert, weil er sich weigerte, sich zwangsweise zum erneuten Einsatz in den Irak bringen zu lassen. Zudem lehnt das Militär seit über zwei Jahren seine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer ab. Nun droht ihm eine Strafe von bis zu sieben Jahren Haft. Das Militärgerichtsverfahren begann am 12. Dezember 2006 in Schweinfurt.

Meiner Meinung nach zeigen Menschen wie Agustin Aguayo Mut und Verantwortung. Sie sind bereit, harte Konsequenzen für ihre Entscheidungen in Kauf zu nehmen. Wichtiger als Gehorsam ist es, sich selbst treu zu bleiben.

Unterstützen Sie den US-Verweigerer Agustín Aguayo und senden Sie ihm online eine Solidaritätspostkarte. Damit können Sie auch dem US-Militär zeigen, dass Agustín Aguayo internationale Unterstützung genießt.

Kontakt und weitere Informationen finden sich hier

Licht2

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