… you’ll not have my hatred

Eine beeindruckende Botschaft von Antoine Leiris nach den Terroranschlägen von Paris. Seine Frau, die Mutter seines kleinen Sohnes, starb beim Massaker im Bataclan:
„… Ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen. … Würde ich euren Hass mit Wut beantworten, würde ich der gleichen Dummheit erliegen, die euch zu dem gemacht hat, was ihr seid. … Ihr wollt mir Angst machen. Ihr wollt, dass ich meine Mitmenschen misstrauisch beäuge und ihr wollt, dass ich meine Freiheit der Sicherheit opfere. … Wir sind nur zwei, mein Sohn und ich, aber wir sind mächtiger als alle Armeen dieser Welt. … Jeden Tag seines Lebens, wird dieser kleine Junge euch mit seiner Fröhlichkeit und seiner Freiheit beleidigen. Denn auch seinen Hass werdet ihr nicht ernten können.“
Mehr in einem Artikel auf itvNews.

 

Das Wesentliche

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Ein Löwe geriet in Gefangenschaft und wurde in ein Lager gebracht, wo er zu seinem Erstaunen noch andere Löwen antraf, die schon jahrelang dort waren, einige sogar ihr ganzes Leben, denn sie waren dort geboren. Er lernte bald die sozialen Betätigungen der Lagerlöwen kennen. Fast alle schlossen sich in Gruppen zusammen. Eine Gruppe bestand aus den Gesellschaftslöwen, die schauten, dass das Leben Spaß machte. Eine andere Gruppe war im Showgeschäft – sie versuchten sich gegenseitig zu imponieren; wieder eine andere betätigte sich kulturell, um die Bräuche, die Traditionen und die Geschichte jener Zeiten zu bewahren, als die Löwen in Freiheit lebten. Andere Gruppen waren visionär gestimmt, sie kamen zusammen, um zu Herzen gehende Lieder zu singen von einem künftigen Dschungel ohne Zäune. Es gab auch eine revolutionäre Gruppe, die traf sich, um sich gegen ihre Wärter zu verschwören oder gegen andere revolutionäre Gruppen Pläne zu schmieden. Ab und zu brach eine Revolte aus, einige Gruppen wurden dabei ausgelöscht oder alle Wärter wurden umgebracht und durch andere ersetzt.

Wie sich der Neuankömmling so umsah, bemerkte er schließlich einen Löwen, der stets tief in Gedanken versunken schien, ein Einzelgänger, der keiner Gruppe angehörte. Er hielt sich meistens von allen fern. Es war etwas Seltsames um ihn, das sowohl die Bewunderung der anderen hervorrief, aber auch ihre Feindseligkeit, denn seine Gegenwart erzeugte Angst und Selbstzweifel. Er sagte zu dem Neuankömmling:

„Schließ dich keiner Gruppe an. Diese armen Narren kümmern sich um alles, bloß nicht um das Wesentliche“.

„Und was ist das Wesentliche?“ fragt der Neuankömmling.
„Das Wesentliche“, sagte der Löwe, „ist, über die Art des Zaunes nachzudenken.“

Quelle: Hypno-Fortbildung 2012

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Ausdruck als Geschichten-Postkarte

Geschlossene Heime abschaffen ?

Im Sonntaz-Streit vom 27./28. Juli geht’s um: Sollen Geschlossene Heime abgeschafft werden?

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Vielleicht ist die Frage falsch gestellt. Wie wäre es stattdessen, wenn wir uns nicht auf die äußere Form (geschlossene Türen) konzentrieren würden, sondern die Inhalte ändern würden:  Wenn die Heime ein Ort voller Respekt und Wertschätzung wären? Wenn Kinder und Jugendliche dort liebevollen Beistand und Unterstützung erfahren würden; wenn im Mittelpunkt der Pädagogik der Glaube an die Träume der Betroffenen stehen würde und das Vertrauen in ihre tiefen, vielleicht noch versteckten Fähigkeiten, diese Träume zu verwirklichen …
Vielleicht bräuchte es dann immer noch die Türen, aber dann um sich vor dem Ansturm zu schützen, weil Kinder und Jugendliche in Lebenskrisen dort Zuflucht suchen möchten.

Mit einer „Jugendhilfe-Einrichtung“, aus der Jugendliche fliehen wollen, anstatt dort Zuflucht zu suchen, scheint grundlegend etwas nicht zu stimmen.
Ich finde so eine Einrichtung verdient nicht einmal den Namen „Heim“.

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When God was a Rabbit

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„Later, as my mother entered my room to say good night, I sat up and said, ‘Nancy’s in love with you.’

‘And I’m in love with her.’
‘But what about Dad?’
She smiled. ‘I’m in love with him too.’
‘Oh. Is that allowed?’
She laughed and said, ‘For a child of the sixties, Elly . . .’
‘I know. Bit of a letdown.’
‘Never,’ she said. ‘Never. I love them differently, that’s all. I don’t sleep with Nancy.’
‘Oh God, I don’t need to know that.’
‘Yes you do. We play by our own rules, Elly, always have. That’s all we can do. For us it works.’
And she leant over and kissed me good night.“

Die Zeile „We play by our own rules…“ finde ich soooo sympathisch. Und wichtig. (Bin mir nicht sicher, ob sie damit nur sich und Nancy meint, oder ihre ganze Familie.)
Ich finde, wir sollten alle nach unseren eigenen Regeln spielen. Und wenn nötig, die Regeln immer wieder neu miteinander abgleichen und ggf. verhandeln.

Aus einem sehr berührendem Roman von  Sarah Winman. Feinfühlig beschriebene Charaktere und viele zauberhafte Erzählstränge.
Text hier leider nur auf Englisch, gibt’s aber auch auf Deutsch „Als Gott ein Kaninchen war„.

P.S.: Deutsche Übersetzung findet sich im Kommentar. Danke an Viola!

Erfolgreich ohne Schule

André Stern wurde nie zum Lernen gezwungen, er hat nie eine Schule besucht. Er ist Gitarrenbauer, Künstler und Autor.

Portrait auf 3sat, in dem er den Schulzwang kritisiert und über sein eigenverantwortliches Lernen als natürliches Gegenbeispiel berichtet. „Meine Eltern hatten totales Vertrauen und für sie war klar, dass ihre Kinder nicht in die Schule gehen müssen.“

Literaturtipp:

André Stern: … und ich war nie in der Schule: Geschichte eines glücklichen Kindes

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