Wege entstehen

Wege_gehenIn der Nähe der Universität war eine neue Wohnanlage für die Studierenden erbaut worden. Die Häuser waren bezugsfertig, die Wiesen angelegt, was noch fehlte, waren gepflasterte Wege zwischen den Häusern und zu den Bibliotheken und Lehrgebäuden.
Als die Architektin von den Arbeitern nach den Plänen für die Wege gefragt wurde, bat sie um Geduld: „Lasst uns das in ein paar Wochen entscheiden“, sagte sie.
Nach 3 Monaten machten sie einen Ortstermin und stellen fest, dass sich bereits Trampelpfade zwischen den Häusern und den anderen Gebäuden gebildet hatten.
„Hier können wir deutlich sehen, welche Wege gebraucht werden“, sagte die Architektin. „Diese Wege können Sie jetzt befestigen.“

Loving kindness

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Ich habe immer wieder mich gefragt, wann dieser Wechsel wohl passiert, dass die Güte, die wir kultiviert haben, beginnt, nun uns zu kultivieren. Heute denke ich, dass dies bereits beim ersten Akt der Güte beginnt. Es ist vielleicht ähnlich dem langsamen Wachsen eines Baumes: Beim ersten Mal legen wir das Samenkorn in die Erde und mit jedem weiteren Akt der Güte stärken wir sein Wachstum. Zuerst mag der Spross empfindlich sein und noch Schutz brauchen, aber dann werden Wurzeln und Stamm stärker und sie können in Wind und Wetter bestehen. Irgendwann kommt die erste Blütezeit, an der wir uns erfreuen und bald darauf nährt er uns – oder unsere Nachkommen – mit seinen Früchten.
Aber es sind nicht erst die Blüten und die Früchte, die uns für unsere Mühe belohnen. Der wahre Lohn zahlt sich bereits in dem Moment aus, in dem wir das Samenkorn in die Erde legen, da wir hier unsere Identität verändern.